Ouzunkofte

Die Morgendepesche

Fünf Ausgaben in der Woche, jeweils um 6:40 Uhr im Postfach. Rund 1.200 Wörter, Quellenangaben, eine ehrliche Markierung vorläufiger Zahlen. Freitags der Wochenschluss, etwas länger, mit dem Blick auf sieben Tage statt auf eine Nacht. Das ist das Kernangebot der Werkstatt.

Schreibtisch mit Unterlagen

Aufbau einer Ausgabe

Die Reihenfolge bleibt gleich, damit sich der Morgen nicht neu sortieren muss. Jede Rubrik darf wegfallen, wenn der Tag sie nicht hergibt; erfinden tun wir sie nicht.

Lage

Der erste Block nennt die Ereignisse, die seit der vorigen Ausgabe Gewicht haben. Wir schreiben, was beschlossen, veröffentlicht oder ausgesetzt wurde, und welche Behörde, welches Gericht oder welches Unternehmen die Quelle ist. Gerüchte bleiben draußen, solange sie nicht durch ein Dokument gedeckt sind.

Zahlen

Neue Reihen von Destatis, Bundesbank, ifo-Institut oder Bundesagentur für Arbeit stehen mit dem Vergleichszeitraum und dem Hinweis, ob es sich um eine Erstmitteilung oder eine Revision handelt. Wir rechnen nicht um, nur weil eine schöne Prozentzahl entstünde.

Hintergrund

Ein längerer Absatz erklärt den Mechanismus hinter einer Meldung: eine Umlage, eine Netzregel, eine Tarifsystematik. Der Text soll in einer Sitzung standhalten, ohne dass jemand nach dem dritten Satz nach dem Original suchen muss.

Termine

Was am selben Tag noch erscheint oder verhandelt wird, steht am Schluss, knapp und mit dem Grund, warum es für die deutsche Wirtschaft zählt. Keine vollständige Agenda, sondern die Auswahl, auf die wir selbst achten.

Quellenleiste

Am Ende jeder Ausgabe stehen die gelesenen Stücke mit Datum. Wer nachprüfen will, soll das ohne Rätsel tun können. Vorläufige Angaben tragen den Zusatz „vorläufig“ im Satz, nicht erst in einer Fußnote, die niemand liest.

Der Wochenschluss am Freitag

Freitags schreiben wir länger. Der Wochenschluss versammelt die fünf Werktage, sortiert nach Feldern statt nach Kalender, und nennt, was offen geblieben ist. Der Umfang liegt über den 1.200 Wörtern des Alltags; wir setzen uns keine künstliche Obergrenze, kürzen aber alles, was nur Wiederholung wäre.

Im Wochenschluss stehen die Revisionen der Woche, die Tariffristen, die bis Montag laufen, und die Veröffentlichungen, die erst in der kommenden Woche fallen. Wer unter der Woche eine Ausgabe versäumt hat, kann sich hier ohne Lückengefühl einordnen. Der Ton bleibt derselbe: ruhig, belegt, ohne Dramatisierung des Freitags.

Abonnentinnen und Abonnenten finden den Wochenschluss wie jede andere Ausgabe im Archiv. Auf Wunsch schicken wir die Freitagsfassung zusätzlich als einzelnes PDF, etwa wenn ein Haus sie in eine interne Ablage legen will.

Unterlagen und Archivmaterial

Zustellung und Technik

Die Depesche kommt als HTML-Brief und parallel als reiner Text, damit sie in schlichten Postprogrammen lesbar bleibt. Beigefügt ist ein PDF derselben Ausgabe. Den Zugang zum Archiv erhalten Bezüge über einen persönlichen Link, der nicht weitergegeben werden soll; im Hausbezug gilt er für bis zu acht Lesende desselben Hauses.

Wir setzen keine Zählpixel, keine unsichtbaren Bilder und keine Fremdskripte in den Brief. Ob eine Ausgabe geöffnet wurde, erfahren wir nicht. Das ist Absicht: Wer bezahlt, soll nicht vermessen werden. Rückläufer bearbeiten wir von Hand. Wer die Anschrift wechselt, schreibt uns; wir tragen die neue Adresse noch am selben Werktag ein.

Zustellung heißt bei uns 6:40 Uhr an Werktagen. Fällt ein Feiertag auf einen Werktag, entfällt die Ausgabe; der Wochenschluss am nächsten Freitag erwähnt die Lücke. Eine ausgefallene Ausgabe wird nicht nachträglich „nachgeholt“, sondern im Archiv als entfallen gekennzeichnet.

Sprache und Länge

Rund 1.200 Wörter sind lang genug für eine Einordnung und kurz genug für den Weg zwischen Küche und erster Sitzung. Wir schreiben deutsches Amts- und Wirtschaftswort, wo es präzise ist, und Alltagswort, wo ein Fachausdruck nur Türsteher wäre. Anglizismen vermeiden wir, sofern das Deutsche eine klare Entsprechung hat.

Vorläufige Daten stehen im Satz: „vorläufig“, „erste Schätzung“, „noch ohne Revision“. Wir setzen sie nicht in Klammern ans Ende, als wäre der Vorbehalt Schmuck. Wo wir uns unsicher sind, schreiben wir die Unsicherheit aus. Prognosen fremder Institute geben wir als deren Prognose wieder, nicht als unsere Erwartung.

Die Depesche ist journalistische Einordnung. Sie ist kein Handelssignal, keine Steuerauskunft und keine Rechtsberatung.

Dossier nach Maß

Ein Dossier ist keine längere Depesche. Es ist eine eigene Recherche zu einer Branche oder einer Region, 12 bis 20 Seiten, in der Regel innerhalb von drei Wochen. Wir klären zuerst die Frage, dann die Quellenlage, dann den Umfang. Nach der halben Zeit gibt es einen Zwischenstand; danach schreiben wir fertig und liefern mit Quellenanhang.

Der Preis beginnt bei 1.450 € je Dossier, einschließlich 19 % Umsatzsteuer. Die Hälfte des Honorars wird bei Auftragserteilung fällig, die zweite Hälfte bei Ablieferung. Ein Dossier gehört dem auftraggebenden Haus zur internen Nutzung; eine Veröffentlichung sprechen wir gesondert ab.

Arbeit an Unterlagen

Was die Depesche nicht leistet

Wir geben keine Kauf- oder Verkaufshinweise zu Wertpapieren, Rohstoffen oder Währungen. Wir rechnen keine Zielkurse und keine „fairen Werte“. Wer Anlageentscheidungen trifft, braucht andere Häuser und andere Pflichten.

Wir ersetzen keine Steuerberatung, keine Rechtsberatung und keine interne Controlling-Vorlage. Zahlen aus der Depesche dürfen in eigene Texte eingehen, wenn die Quelle genannt bleibt; eine Haftung für Entscheidungen Dritter übernehmen wir nicht. Das steht auch in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Persönliche Skandale, Gerüchte über einzelne Vorstände und der bloße Nachdruck von Pressemitteilungen gehören nicht in unser Blatt. Dafür gibt es andere Formate. Unser Gegenstand ist die deutsche Wirtschaft, so weit sie sich in offenen, prüfbaren Quellen zeigt.

Häufige Fragen

Kommt die Depesche wirklich um 6:40 Uhr?

Ja, an Werktagen. Die Uhrzeit ist die Zustellung, nicht der Redaktionsschluss. Der Text wird vorher gegenlesen. An bundesweiten Feiertagen entfällt die Ausgabe; der folgende Wochenschluss erwähnt das.

Kann ich eine versäumte Ausgabe nachlesen?

Bezüge erhalten Zugang zum Archiv aller bisherigen Ausgaben. Einzelne PDFs schicken wir auf Anfrage zusätzlich. Wer den Probemonat nutzt, sieht in dieser Zeit denselben Bestand.

Gibt es eine Anwendung für das Telefon?

Nein. Die Depesche ist ein Brief. HTML und reiner Text reichen in jedem gebräuchlichen Postfach. Wir bauen keine Anwendung, die das Lesen vermessen könnte.

Was unterscheidet den Hausbezug?

Derselbe Text, bis zu acht Lesende in einem Haus, eine Ansprechperson im Kontor. Der Preis liegt bei 89 € im Monat oder 890 € im Jahr. Weitergabe nach außen bleibt ausgeschlossen.